Ich bin mit ungefähr zehn Jahren mit meinen Eltern in die Gemeinde gekommen. In der Kinderstunde wurde ich herzlich aufgenommen. Es wurden spannende Geschichten erzählt und von den freudigen, kindgerechten Liedern war ich sehr angetan. Besonders das Lied „In Gottes Haus sind offene Türen. Für jung und alt, für arm und reich…“ fand ich super.
Mit dreizehn Jahren bin ich zu der Pfadfindergruppe gestoßen. Hier habe ich echte, gute Gemeinschaft in einem Team erlebt. Ich muss sagen, dass in der Zeit mit den Rangers mein Glauben am stärksten gewachsen ist. Warum das so ist? Ich denke die wöchentliche Zeit mit Gleichaltrigen, die gemeinsame Zeit mit Gott durch Andachten, Singen und durch das gemeinsame Finden von Antworten auf Lebensfragen, das hat mir einfach sehr weiter geholfen. Höhepunkte der Pfadfinderzeit waren natürlich die erlebnisreichen Camps, in denen ich mich immer wieder entschieden habe: Ich möchte mein Leben mit Gott führen. Diese ganzen positiven Erfahrungen durfte ich dann bald selbst an Kinder weitergeben, indem ich Pfadfindergruppen leitete und mich um den Lobpreis (das Singen) kümmerte.
Natürlich war auch die Jugendgruppe angesagt. Hier hatte ich echt Spaß mit Gleichaltrigen. Bei verschiedenen Aktionen und im wöchentlichen Programm fand ich heraus, dass man als junger Christ in der Gemeinde auch echt „Fun“ haben kann. Besonders genial fand ich die Bandarbeit, bei der ich singen und verschiedene Instrumente spielen durfte. Auftritte auf Jugendfreizeiten und bei Gottesdiensten halfen mir auch Vertrauen in meine eigene Begabungen zu bekommen. Im Rückblick kann ich sagen, dass ich durch die Jugendgruppe meine Pubertät, bei der man auch mal schnell auf falsche Lebenswege abdriften kann, in einem geschützten Raum verbringen durfte und eine fröhliche, unbeschwerte Jugend hatte.
Weil ich jetzt schon einige Zeit in der Jugend und bei den Pfadfindern war, durfte ich auch immer mehr Erfahrungen in der Gruppenleitung sammeln, was mich persönlich sehr stark vorangebracht hat. Man lernt, wie man mit Menschen umgeht, wie man in Besprechungen mit anderen, manchmal schwierigen Persönlichkeiten kommunizieren kann, man lernt den Umgang mit Eltern, organisieren von Veranstaltungen und wöchentlichen Treffen, man lernt, was es heißt Verantwortung zu tragen. Aber eines der schönsten Sachen ist: man sieht, wie andere junge Menschen, die vorher vielleicht große Probleme hatten verändert werden. Was so oft aussichtslos aussah, ist oft nicht so geblieben. Gerade bei der Arbeit mit sozial schwachen Kindern hat mich die Tatsache so überwältigt, dass Gott wirklich aus einem kaputten Menschen wieder einen heilen Menschen machen kann. Aber auch nur, wenn es Menschen gibt, die diesen Kindern beistehen und sie begleiten, sie beraten und immer wieder auf Gott hinweisen.
Nun noch ein paar Worte zur Gemeinde, außerhalb der Kinder-, Pfadfinder- und Jugendarbeit.
Ich finde Gemeinde hat einen unschätzbaren Wert. Die wöchentlichen Predigten helfen das Leben mit Gott zu gestalten und man kann persönliche Erfahrungen mit Gott sammeln. Außerhalb der Gemeinde sind viele Werte verloren gegangen; In der Gemeinde lernt man wieder die göttlichen Werte kennen, die das Leben schützen und der Gesellschaft gut tun.
In der Gemeinde arbeitet Jung und Alt zusammen. Gemeinsam werden Ziele erreicht und man erfährt: Egal, woher ein Mensch kommt und was er mit sich bringt, alle Menschen werden angenommen, bereichern sich gegenseitig und kommen voran.
Wo ich ohne Gemeinde gewesen wäre? Daran will ich gar nicht denken…
Ich bin mir aber sicher, dass ich nicht diese Freude, diese Liebe von Gott in mir hätte. Auch der Frieden, den man spürt, wenn man mit Gott, mit sich und seinen Mitmenschen im Reinen ist, hätte ich nicht erlebt. Ich hätte einige schlechte Erfahrungen mehr gemacht und wäre dadurch nicht so unbeschwert und positiv eingestellt.
Ich hätte vielleicht meinen heutigen Beruf nicht ergriffen. Durch die Gemeinde habe ich wie vorher beschrieben so viele Erfahrungen mit Menschen und in meinen Begabungsbereichen erfahren dürfen, dass ich sagen kann: Die Gemeinde war mein bester Ausbildungsbetrieb fürs Leben!
Um diesen Artikel abzurunden: Was ist Gemeinde für mich? Gemeinde ist für mich Heimatort, ein Ort um Freude und Frieden von Gott zu empfangen, ein Ort mich mit netten Menschen auszutauschen, ihnen zu dienen und dadurch wieder beschenkt zu werden.
„In Gottes Haus sind offene Türen. Für jung und alt, für arm und reich. In Gottes Haus ist jeder willkommen und seine Liebe ist für alle gleich!“